Erst grau dann weiß dann blau von Margriet de Moor
In diesem Buch geht um eine verheiratete Frau, die plötzlich verschwindet und nach knapp zwei Jahren genauso plötzlich wieder auftaucht, scheinbar ohne Bruch. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, zunächst aus der eines Freundes der Familie, dann glaubhaft die Sicht eines Mannes und die einer Frau so nachvollziehbar für das jeweilige Geschlecht schildern. In vielen Teilen auch sehr spannend und ein wenig philosophisch. Interessant sind vor allem die Gedanken, die gedacht und konstruiert werden, denn die Geschichte spielt hauptsächlich im Kopf der Akteure. Prägend aus der Sicht der Frau ist das “sich nicht einvernehmen lassen von der Umgebung”. Aber insbesondere Sätze, wie “Aber mein Gott, wenn Du mit den anderen in Tuchfühlung bleiben willst, dann wirst Du sprechen müssen. Wir sind es gewohnt, uns alles zu erzählen, Dies ist eine Zeit der Autobiographie”, “Er ist eifersüchtig auf deine Gedanken … Was nicht erzählt wird, gibt es nicht”. “Du verstehst die Kunst, erst etwas zu geben, und es dann schnell wieder zurück zu klauen”. Die Stellen sind vielleicht nicht kennzeichnend, geben aber ein wenig von der Bedrückung wieder, von dem zwischenmenschlichen Unverständnis, von der Kommunikation, die nicht ankommt.











