Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer
Dieser E-Mail Roman von Daniel Glattauer ist Kult und das Schönste, was seit Langem geschrieben wurde. Auf 224 Seiten wird der Leser zum Voyeur und folgt ausschließlich der E-Mail-Kommunikation zwischen Emmi Rother und Leo Leike. Durch einen kleinen Tippfehler begegnen sich unsere Protagonisten in den virtuellen Weiten des Internets. Weil dies genau in der richtigen Sekunde passiert, bleiben sie aneinander hängen, wechseln erst das eine oder andere Wort, beginnen sich zu interessieren, hören zu…. pardon lesen zu und sie intensivieren ihre Beziehung. Es folgt eine rein verbale Annährung, es folgt der ewige Tanz aus Annäherung und Distanz. Neugierde und Selbstschutz wechseln einander ab, bis der Leser am eigenen Körper die Sehnsucht fühlt, endlich die nächste E-Mail lesen zu dürfen, bis seine eigenen Lippen beben, allein bei dem Gedanken daran, dass vielleicht eine Liebe entstehen könnten, wenn nur vielleicht Leo und Emmi sich begegnen könnten. Der Roman braucht keine Action oder detailreich geschilderten Handlungsorte. Es genügt die intensive Sprache zweier Menschen, die aufeinander eingehen.











