IDORU von William Gibson
Wann wird es wohl den ersten virtuellen Popstar geben? In William Gibsons Roman “Idoru” haben solche Software-Konstrukt bereits Millionen fanatischer Anhänger um sich geschart, da ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis eine solche Idoru einen Menschen aus Fleisch und Blut heiratet, oder? Wenn der Bräutigam dann auch noch ein weltberühmter Musiker ist… Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen, die sich erst kurz vor Schluss zusammenfügen auf der einen Seite ist Colin Laney, ein sogenannter Quantitativer Analytiker, der in der Lage ist, aus den elektronischen Spuren eines Menschen ein genaues psychologisches Profil zu erstellen. Wegen seiner Begabung wird Laney vom Sicherheitschef der Kultband Lo Rez interessiert, um herauszufinden, warum der Leadsänger sich mit der berühmtesten Idoru, Rei Toei, verheiraten möchte. Auf der anderen Seite ist der Teenager Chia; sie ist ein grosser Fan von Lo Rez und reist nach Japan, um herauszufinden, was an den Heiratsgerüchten wirklich dran ist. Im Verlauf ihrer Suche nach der Wahrheit kommt sie in den Besitz eines hochentwickelten Nanotech-Gerätes, das die Verbindung zwischen Lo und Rei möglich machen soll… Mich fasziniert an Gibson immer, wie er es schafft, das Leben des Einundzwanzig. Jahrhunderts so real zu beschreiben, dass ich vergesse, gerade einen Science Fiction-Roman zu lesen. Die technischen Entwicklungen und die Anpassung der Gesellschaft an eben jene bleiben stets nachvollziehbar und durchweg interessant; die manchmal paradox erscheinende japanische Kultur fasziniert mich ausserdem total.











