Mount Misery von Samuel Shem
Dass Behandlungen in einer Psyco-Anstalt in Amerika krass sind weiß eigentlich jeder von uns. Der junge Doktor Roy Basch steckt im ersten Jahr seiner Ausbildung an der Klinik Mount Misery. Alle paar Wochen landet er auf einem Rundkurs in einer anderen Abteilung; verwirrend für ihn, wie unterschiedlich die Behandlungsformen und Ansichten über die Patienten sind, wie sich die Leiter der einzelnen Abteilungen profilieren wollen und dabei das Patientenschicksal zurücktritt. Alle, die Samuel Shems letzten Roman The House of God gelesen haben, werden mit Dr. Roy Basch, dem Protagonisten von Mount Misery, vertraut sein. Intrigen, persönliche Probleme und der Kampf zwischen Bürokratie, Behandlung und Ruhigstellung lassen Roy bald zweifeln, ob er den richtigen Beruf gewählt hat… Der Roman ist sehr spannend für jeden Laien zu lesen. Selbstironisch, denn der Kampf zwischen Versicherungen, Kliniken und Selbstdarstellern ist amüsant aber auch leider sehr real beschrieben. Persönliche Beziehungen zwischen Roy und seinen Patienten durchlaufen alle Höhen und Tiefen und zeigen deutlich, wie abhängig Patienten von ihren Therapeuten sein können. Der Autor des Buches ist selbst Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School und kann deshalb detaillierte Informationen der Theorien und Therapiepraxis in den U.S.A. farbenreich darstellen. Wer sich für den Bereich interessiert, wird den Medizinthriller lieben.











